Nüchternheit

Nüchternheit vor CT- und MRT-Untersuchungen mit intravenöser Kontrastmittelgabe 

Muss ich vor einer Untersuchung mit Kontrastmittel nüchtern bleiben? Die kurze Antwort lautet: Nein, für die allermeisten Routineuntersuchungen ist das nicht mehr nötig!

Lange Zeit galt die Regel, dass Patienten vor einer Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) mit intravenöser Kontrastmittelgabe strikt nüchtern bleiben müssen. Basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und den aktuellen Richtlinien der großen radiologischen Fachgesellschaften haben sich diese Vorgaben jedoch grundlegend geändert.

Warum wurde die Regel geändert? Früher wurden Kontrastmittel verwendet, die gelegentlich Übelkeit hervorrufen konnten. Um das Risiko des Erbrechens zu minimieren, wurde eine mehrstündige Nahrungskarenz empfohlen.

Die modernen Kontrastmittel, die wir heute in unserer Praxis verwenden, sind jedoch extrem gut verträglich. Das Risiko für Übelkeit ist auf ein absolutes Minimum gesunken. Gleichzeitig hat die Forschung gezeigt, dass ein langes Fasten – und insbesondere der Verzicht auf Getränke – sogar Nachteile haben kann. Ein Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung) belastet die Nieren unnötig und sollte bei einer Kontrastmittelgabe unbedingt vermieden werden.

Unsere Empfehlungen für Ihren Untersuchungstag:

  • Trinken ist wichtig: Bitte trinken Sie vor und nach der Untersuchung ausreichend klare Flüssigkeiten (am besten stilles Wasser oder ungesüßten Tee). Ein gut durchspülter Körper ist der beste Schutz für Ihre Nieren!

  • Leichte Kost: Sie dürfen vor der Untersuchung normal essen. Wir empfehlen jedoch, 1 bis 2 Stunden vor dem Termin auf sehr üppige, schwere oder extrem fettige Mahlzeiten zu verzichten, damit Sie während der Untersuchung bequem und entspannt liegen können.

  • Medikamente: Ihre regulären Medikamente können Sie wie gewohnt mit einem Schluck Wasser einnehmen (es sei denn, wir haben im Vorfeld ausdrücklich etwas anderes mit Ihnen besprochen).

    Hinweis: Für ganz spezielle Untersuchungen (z. B. Darstellungen der Gallenwege, spezielle MRTs des Dünndarms oder Eingriffe unter Narkose) kann eine Nüchternheit weiterhin erforderlich sein. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, weisen wir Sie bei der Terminvergabe ausdrücklich darauf hin.

    Quellen & medizinische Leitlinien (für Interessierte): Die Anpassung unserer Praxisabläufe richtet sich nach den aktuellen, evidenzbasierten Empfehlungen führender Fachgesellschaften:

    • ESUR (European Society of Urogenital Radiology):ESUR Guidelines on Contrast Media, Version 10.0 und 11.0 – Die europäische Leitlinie zur Kontrastmittelsicherheit empfiehlt ausdrücklich, auf routinemäßiges Fasten zu verzichten.

    • DRG (Deutsche Röntgengesellschaft): Schließt sich den Empfehlungen der europäischen Richtlinien (ESUR) vollumfänglich an.

    • ACR (American College of Radiology):ACR Manual on Contrast Media (2023) – Bestätigt ebenfalls, dass ein präprozedurales Fasten vor routinemäßiger Kontrastmittelgabe nicht empfohlen wird.